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Sie sind klein und fleissig – Rosie im Reich der Bienen

Autorin: Nadja Schaubhut. Biologie an der Universität Basel.

Wie ist der Körper einer Biene aufgebaut? Wie entsteht Honig und warum sind Bienen so wichtig? Rosie geht diesen Fragen für euch auf den Grund. Bei einem Spaziergang im Grünen kam Rosie vor kurzem an einer blühenden Wiese vorbei. Zwischen den vielen bunten Blumen surrte und brummte es. Rosie packte ihre Lupe aus und sah sich die Insekten an. Eine Art faszinierte sie besonders: Die Biene. Sofort hat Rosie Schreibblock und Bleistift hervorgekramt und für euch gezeichnet, was sie mit ihrer Lupe entdecken konnte.

Illustration von Anna Blume.

 

Eine Biene unter der Lupe

Seht ihr die kleinen, feinen Härchen? An den Hinterbeinen befinden sich Borsten. Diese nennt man Körbchen. Dort bleibt der Blütenstaub hängen und wird so in den Stock transportiert. Bienen haben sechs Beine. Mit den Vorderbeinen putzen sie sich. Die mittleren und hinteren Beine werden für das Sammeln von Blütenstaub eingesetzt. Mit ihrem Saugrüssel saugt die Biene den Nektar aus den Blüten auf.

Vom Nektar zum Honig – Ein Imker erklärt‘ s

Rosie weiß, dass Bienen Honig produzieren. Diesen kennt ihr sicher alle aus dem Supermarkt oder vom Wochenmarkt. Doch wie kommt der Honig von der Biene in die Gläser? Rosie möchte der Sache auf den Grund gehen und hat sich mit einem Experten verabredet. Er ist Imker und Lehrer. Imker sind Menschen, die Bienen halten, sie pflegen und den Honig ernten. An einem Nachmittag in der Woche können sich interessierte Schüler mit dem Lehrer in der Bienen AG treffen. Dort kümmern sie sich dann gemeinsam um die Bienen. Zu jeder Jahreszeit gibt es andere Aufgaben. Rosie hat natürlich Fotos für euch gemacht, damit ihr seht, was sie bei ihrem Besuch erlebt hat.


Von März bis September sammeln die Bienen Nektar. Daraus stellen sie dann in ihrem Honigmagen den Honig her, der so süß und lecker schmeckt. Eigentlich ist Honig der Wintervorrat für die Bienen. Ein gewissenhafter Imker entnimmt daher nur einen Teil des Honigs, damit die Bienen gesund bleiben. Honig enthält viele Abwehrstoffe. Diese schützen die Bienen vor Krankheiten und sind auch für uns Menschen und Rosie gesund. Mitte Juni bis Anfang Juli ist die beste Zeit, um den Honig aus den Waben herauszuschleudern. Rosie kommt also gerade rechtzeitig und darf dabei sein. Der Honig befindet sich zunächst in einem Bienenkasten aus Holz. Diesen nennen die Imker Beute. Darin sind drei oder mehr Stockwerke. In den unteren werden die Eier und Larven der Bienen versorgt und in den oberen wird der Honig gelagert.

Wie kommt der Honig aus dem Bienenstock ins Glas?

Um nicht gestochen zu werden und die Bienen vom Honig wegzutreiben, benutzt der Imker einen Rauchbläser und trägt Schutzkleidung. Vielleicht wurdet ihr auch schon einmal von einer Biene gestochen. Das tut weh. Leider stirbt die Biene dabei auch. Daher ist es für den Imker und die Bienen angenehmer, wenn man sich nicht zu nahe kommt. Der Imker nimmt die Holzrahmen mit den Waben aus dem obersten Kasten der Beute oder des Bienenstocks heraus. In der Bienen AG dürfen die Schüler dann mit einem speziellen Werkzeug, der Entdeckelungsgabel, die Wachsdeckel entfernen. Dabei wird schon viel genascht. Hmm, lecker! Unter der Wachsschicht ist bereits der Honig zu erkennen. Sind die Wachsdeckel abgelöst, wird der Honig in einer Honigschleuder herausgeschleudert. Das ist eine Blechtrommel, in die man die Waben stellt. Dreht man an der Kurbel, fliegen die Honigtropfen aus den Waben an die Wand der Honigschleuder. Von dort fliesst der Honig zähflüssig herunter und durch ein Sieb in einen großen Eimer. An diesem Nachmittag kamen ca. 10 Liter goldgelber Honig zusammen. Eine ganze Menge für diese kleinen Tierchen! Rosie hüpft vor Freude. So viel zum Naschen und so fleissige Bienchen! Aus dem übriggebliebenen Wachs können im Herbst Kerzen gegossen werden, die die Schüler zusammen mit dem Honig verkaufen.

Ein grosses Dorf mit verschiedenen Bewohnern

Welche Aufgaben haben nun die vielen Mitglieder eines Bienenvolkes? In einem Bienenvolk gibt es eine Königin. Sie ist größer als die anderen Bienen und wird vier bis fünf Jahre alt. Ihre Aufgabe besteht darin, täglich Eier in die leeren Wabenkästchen zu legen. Die Arbeiterinnen sind für das Sammeln von Nektar, die Aufzucht der Brut und den Bau von Waben zuständig. Dann gibt es noch die Drohnen. Sie paaren sich mit der Königin und haben danach keine weitere Aufgabe. Die noch nicht fertig entwickelten Bienen nennt man Maden. Sie sind also noch Baby-Bienen. Diese strecken sich nach etwa fünf bis sechs Tagen und beginnen mit dem Spinnen eines Kokons. Das nennt man auch Verpuppung. Nach etwa 20 Tagen schlüpft die fertige Biene mit Flügeln.

Tanzen, die Sprache der Bienen!

Bienen “sprechen“ miteinander durch Tänze. So zeigen sie sich den Weg zu Orten mit gutem Nahrungsangebot. Die anderen Bienen nehmen zudem den Geruch des Blütenstaubs wahr, der an der tanzenden Biene klebt. Je besser die Nahrung, desto eifriger tanzt die Biene, die die Nahrung entdeckt hat. Nach und nach tanzen die anderen Bienen mit. Dann schwärmen sie aus zu den Blüten, die be-sonders viel Nektar bieten.

Bienen – ein kleines Tier mit grossen Aufgaben

Pflanzen locken Bienen und andere Insekten mit dem süßen Nektar ihrer Blüten an. Der Blütenstaub der Pflanze bleibt am haarigen Körper der Biene kleben und wird zur nächsten Pflanze transportiert. So erhalten die Insekten ihre Nahrung und die Pflanze wird bestäubt. Dadurch kann sie sich vermehren und Früchte produzieren. Sicher esst ihr auch gerne Obst wie Erdbeeren, Kirschen und Äpfel. Ohne die Leistung der Bienen und auch anderer Insekten wie Schmetterlinge oder Käfer hätten wir keine Früchte, kein Gemüse und somit keine Nahrung. Ein großes Problem für die Bienen besteht darin, dass in der Landwirtschaft viele Gifte verwendet werden. Das soll Schädlinge von den Pflanzen abhalten oder unerwünschte Pflanzen entfernen. Die Gifte töten aber auch Bienen und andere Insekten oder schwächen sie.

In einigen Gegenden auf der Welt gibt es kaum noch Bienen. Dort müssen bereits die Menschen die Bestäubung mit einem Pinsel übernehmen. Das Bestäuben ist eine sehr aufwändige, anstrengende Arbeit. Es gibt keinen Ersatz für diese große Leistung der Bienen. Daher sollten wir uns alle gemeinsam bemühen, den Bienen genügend Futterpflanzen ohne Giftstoffe anzubieten.

Was kannst du tun, damit es den Bienen gut geht?

Rosie hat einige bunte Blumen und Kräuter angesät. Es gibt in vielen Gartenmärkten bereits „Bienenmischungen“ oder „Insektenbuffets“. Das sind Mischungen aus Samen beliebter Futterpflanzen wie Borretsch, Mohn, Salbei, Kornblumen und viele mehr. Diese Pflanzen locken die Bienen und auch andere Insekten an. Schon bald könnt ihr damit ein frohes Summen im Garten oder auf dem Balkon hören.  Außerdem sehen die Blumen sehr hübsch aus und ihr könnt sie auch als Kräuter im Salat verwenden. Wisst ihr, was ein Insektenhotel ist? Vielleicht kennt ihr es aus der Schule oder habt schon einmal selbst eines gebaut. Das sind Holzkästchen mit vielen kleinen Löchern, Laub, Steinchen, Rinde und Holzstückchen darin. Es gibt sie in verschiedenen Formen und Größen. Dort können sich Wild-bienen oder andere Insekten einnisten, die neben den Bienen auch zur Bestäubung beitragen.

Besuche unsere Website projectrosie.ch und erfahre mehr von Rosie. Wir entwickeln eine Wissenschafts-App für Kinder von 8 bis 10 die es möglich macht Wissenschaften hautnah zu erleben.

Melde dich für unseren Newsletter an und sei einer der ersten die mit der App spielen kann.

Projectrosie.ch wird unterstütz von der ETH, dem Wyss Zürich und der Gebert Rüf Stiftung.

Sie sind klein und fleissig – Rosie im Reich der Bienen

Autorin: Nadja Schaubhut. Biologie an der Universität Basel.

Wie ist der Körper einer Biene aufgebaut? Wie entsteht Honig und warum sind Bienen so wichtig? Rosie geht diesen Fragen für euch auf den Grund. Bei einem Spaziergang im Grünen kam Rosie vor kurzem an einer blühenden Wiese vorbei. Zwischen den vielen bunten Blumen surrte und brummte es. Rosie packte ihre Lupe aus und sah sich die Insekten an. Eine Art faszinierte sie besonders: Die Biene. Sofort hat Rosie Schreibblock und Bleistift hervorgekramt und für euch gezeichnet, was sie mit ihrer Lupe entdecken konnte.

Illustration von Anna Blume.

 

Eine Biene unter der Lupe

Seht ihr die kleinen, feinen Härchen? An den Hinterbeinen befinden sich Borsten. Diese nennt man Körbchen. Dort bleibt der Blütenstaub hängen und wird so in den Stock transportiert. Bienen haben sechs Beine. Mit den Vorderbeinen putzen sie sich. Die mittleren und hinteren Beine werden für das Sammeln von Blütenstaub eingesetzt. Mit ihrem Saugrüssel saugt die Biene den Nektar aus den Blüten auf.

Vom Nektar zum Honig – Ein Imker erklärt‘ s

Rosie weiß, dass Bienen Honig produzieren. Diesen kennt ihr sicher alle aus dem Supermarkt oder vom Wochenmarkt. Doch wie kommt der Honig von der Biene in die Gläser? Rosie möchte der Sache auf den Grund gehen und hat sich mit einem Experten verabredet. Er ist Imker und Lehrer. Imker sind Menschen, die Bienen halten, sie pflegen und den Honig ernten. An einem Nachmittag in der Woche können sich interessierte Schüler mit dem Lehrer in der Bienen AG treffen. Dort kümmern sie sich dann gemeinsam um die Bienen. Zu jeder Jahreszeit gibt es andere Aufgaben. Rosie hat natürlich Fotos für euch gemacht, damit ihr seht, was sie bei ihrem Besuch erlebt hat.


Von März bis September sammeln die Bienen Nektar. Daraus stellen sie dann in ihrem Honigmagen den Honig her, der so süß und lecker schmeckt. Eigentlich ist Honig der Wintervorrat für die Bienen. Ein gewissenhafter Imker entnimmt daher nur einen Teil des Honigs, damit die Bienen gesund bleiben. Honig enthält viele Abwehrstoffe. Diese schützen die Bienen vor Krankheiten und sind auch für uns Menschen und Rosie gesund. Mitte Juni bis Anfang Juli ist die beste Zeit, um den Honig aus den Waben herauszuschleudern. Rosie kommt also gerade rechtzeitig und darf dabei sein. Der Honig befindet sich zunächst in einem Bienenkasten aus Holz. Diesen nennen die Imker Beute. Darin sind drei oder mehr Stockwerke. In den unteren werden die Eier und Larven der Bienen versorgt und in den oberen wird der Honig gelagert.

Wie kommt der Honig aus dem Bienenstock ins Glas?

Um nicht gestochen zu werden und die Bienen vom Honig wegzutreiben, benutzt der Imker einen Rauchbläser und trägt Schutzkleidung. Vielleicht wurdet ihr auch schon einmal von einer Biene gestochen. Das tut weh. Leider stirbt die Biene dabei auch. Daher ist es für den Imker und die Bienen angenehmer, wenn man sich nicht zu nahe kommt. Der Imker nimmt die Holzrahmen mit den Waben aus dem obersten Kasten der Beute oder des Bienenstocks heraus. In der Bienen AG dürfen die Schüler dann mit einem speziellen Werkzeug, der Entdeckelungsgabel, die Wachsdeckel entfernen. Dabei wird schon viel genascht. Hmm, lecker! Unter der Wachsschicht ist bereits der Honig zu erkennen. Sind die Wachsdeckel abgelöst, wird der Honig in einer Honigschleuder herausgeschleudert. Das ist eine Blechtrommel, in die man die Waben stellt. Dreht man an der Kurbel, fliegen die Honigtropfen aus den Waben an die Wand der Honigschleuder. Von dort fliesst der Honig zähflüssig herunter und durch ein Sieb in einen großen Eimer. An diesem Nachmittag kamen ca. 10 Liter goldgelber Honig zusammen. Eine ganze Menge für diese kleinen Tierchen! Rosie hüpft vor Freude. So viel zum Naschen und so fleissige Bienchen! Aus dem übriggebliebenen Wachs können im Herbst Kerzen gegossen werden, die die Schüler zusammen mit dem Honig verkaufen.

Ein grosses Dorf mit verschiedenen Bewohnern

Welche Aufgaben haben nun die vielen Mitglieder eines Bienenvolkes? In einem Bienenvolk gibt es eine Königin. Sie ist größer als die anderen Bienen und wird vier bis fünf Jahre alt. Ihre Aufgabe besteht darin, täglich Eier in die leeren Wabenkästchen zu legen. Die Arbeiterinnen sind für das Sammeln von Nektar, die Aufzucht der Brut und den Bau von Waben zuständig. Dann gibt es noch die Drohnen. Sie paaren sich mit der Königin und haben danach keine weitere Aufgabe. Die noch nicht fertig entwickelten Bienen nennt man Maden. Sie sind also noch Baby-Bienen. Diese strecken sich nach etwa fünf bis sechs Tagen und beginnen mit dem Spinnen eines Kokons. Das nennt man auch Verpuppung. Nach etwa 20 Tagen schlüpft die fertige Biene mit Flügeln.

Tanzen, die Sprache der Bienen!

Bienen “sprechen“ miteinander durch Tänze. So zeigen sie sich den Weg zu Orten mit gutem Nahrungsangebot. Die anderen Bienen nehmen zudem den Geruch des Blütenstaubs wahr, der an der tanzenden Biene klebt. Je besser die Nahrung, desto eifriger tanzt die Biene, die die Nahrung entdeckt hat. Nach und nach tanzen die anderen Bienen mit. Dann schwärmen sie aus zu den Blüten, die be-sonders viel Nektar bieten.

Bienen – ein kleines Tier mit grossen Aufgaben

Pflanzen locken Bienen und andere Insekten mit dem süßen Nektar ihrer Blüten an. Der Blütenstaub der Pflanze bleibt am haarigen Körper der Biene kleben und wird zur nächsten Pflanze transportiert. So erhalten die Insekten ihre Nahrung und die Pflanze wird bestäubt. Dadurch kann sie sich vermehren und Früchte produzieren. Sicher esst ihr auch gerne Obst wie Erdbeeren, Kirschen und Äpfel. Ohne die Leistung der Bienen und auch anderer Insekten wie Schmetterlinge oder Käfer hätten wir keine Früchte, kein Gemüse und somit keine Nahrung. Ein großes Problem für die Bienen besteht darin, dass in der Landwirtschaft viele Gifte verwendet werden. Das soll Schädlinge von den Pflanzen abhalten oder unerwünschte Pflanzen entfernen. Die Gifte töten aber auch Bienen und andere Insekten oder schwächen sie.

In einigen Gegenden auf der Welt gibt es kaum noch Bienen. Dort müssen bereits die Menschen die Bestäubung mit einem Pinsel übernehmen. Das Bestäuben ist eine sehr aufwändige, anstrengende Arbeit. Es gibt keinen Ersatz für diese große Leistung der Bienen. Daher sollten wir uns alle gemeinsam bemühen, den Bienen genügend Futterpflanzen ohne Giftstoffe anzubieten.

Was kannst du tun, damit es den Bienen gut geht?

Rosie hat einige bunte Blumen und Kräuter angesät. Es gibt in vielen Gartenmärkten bereits „Bienenmischungen“ oder „Insektenbuffets“. Das sind Mischungen aus Samen beliebter Futterpflanzen wie Borretsch, Mohn, Salbei, Kornblumen und viele mehr. Diese Pflanzen locken die Bienen und auch andere Insekten an. Schon bald könnt ihr damit ein frohes Summen im Garten oder auf dem Balkon hören.  Außerdem sehen die Blumen sehr hübsch aus und ihr könnt sie auch als Kräuter im Salat verwenden. Wisst ihr, was ein Insektenhotel ist? Vielleicht kennt ihr es aus der Schule oder habt schon einmal selbst eines gebaut. Das sind Holzkästchen mit vielen kleinen Löchern, Laub, Steinchen, Rinde und Holzstückchen darin. Es gibt sie in verschiedenen Formen und Größen. Dort können sich Wild-bienen oder andere Insekten einnisten, die neben den Bienen auch zur Bestäubung beitragen.

Besuche unsere Website projectrosie.ch und erfahre mehr von Rosie. Wir entwickeln eine Wissenschafts-App für Kinder von 8 bis 10 die es möglich macht Wissenschaften hautnah zu erleben.

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Projectrosie.ch wird unterstütz von der ETH, dem Wyss Zürich und der Gebert Rüf Stiftung.