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Rosie auf den Spuren der roten Waldmenschen

Autorin: Nadja Schaubhut. Biologie an der Universität Basel.

Rosie hat Lust auf ein neues Abenteuer. Ein Glück ist sie so gut ausgerüstet! Mit ihren Schubdüsen kann sie fliegen. Heute hat sie sich aufgemacht in den Regenwald Südostasiens. Dort, auf den Inseln Sumatra und Borneo leben Orang-Utans, Menschenaffen mit orangerotem Fell. Es gibt nur noch sehr wenige von ihnen. Bestimmt kennt ihr sie aus dem Zoo. Im dichten Wald angekommen, merkt Rosie schnell, dass sie nicht mehr vorankommt. Sofort tauscht sie ihre normalen Räder gegen die Raupenräder aus und erkundet den Dschungel. Überall zirpt, surrt und fiept es. Verschiedene Vögel singen und kreischen und Rosie kämpft sich voran durch ein dichtes Grün. Der Name Orang-Utan bedeutet „Waldmensch“ auf Malaiisch. Diese Sprache wird in Indonesien gesprochen. Rosie muss nun ein bisschen klettern, da die Orang-Utans weit oben in den Bäumen herumschwingen. Sie versteckt sich in einer Baumhöhle und schaut mit ihrem Fernglas umher. Ihr wird klar, dass man als Forscher sehr viel Geduld haben muss. Nach einer Weile kracht es im Geäst und ein großes Orang-Utan-Männchen schwingt über Rosie hinweg. Die Männchen werden bis zu 100kg schwer und bis zu eineinhalb Meter groß. Ganz schön riesig, findet Rosie. Sie haben sehr starke Arme und sind die schwersten und größten Tiere, die auf Bäumen leben.

Schlafen, umherstreifen und fressen

Was macht so ein Orang-Utan den ganzen Tag? Rosie hat sich diese Frage gestellt und ist daher einem Tier einen Tag lang gefolgt. Am Morgen pflegen die Tiere erst einmal ausgiebig ihr Fell. „Wow, wie ich, wenn ich mich morgens wasche und bereit mache für die Schule!“ denkt sich Rosie. Bestimmt macht ihr das auch so. Dann zieht ein Orang-Utan los, um Futter zu suchen. Dabei streift er durch den Wald und kann dabei einige Kilometer pro Tag zurücklegen. Zwischendurch legt er Ruhepausen ein. Er frisst gerne Blätter, Früchte wie Feigen sowie Baumrinde und Blüten, aber auch Insekten, Vogeleier oder sogar Honig. Orang-Utans sind sehr intelligent. Sie können sich Orte merken, an denen es gute Früchte gibt und immer wieder dahin zurückkehren. Anders als andere Affen leben sie nicht in großen Gruppen. Nur Mütter mit ihren Kindern bleiben bis zu acht Jahre zusammen und können mit anderen Weibchen und Jungtieren kleine Gruppen bilden. So können die Kinder alles Wichtige zum Überleben lernen. Dazu gehören das Klettern und Schwingen und das Erkennen von Futterpflanzen und Früchten. Die Reviere mehrerer Weibchen liegen in einem Revier eines Männchens. Dieses erkennt man an seinem breiten, wulstigen Gesicht und dem großen Kehlsack. Außerdem haben die Männchen sehr langes Fell und rufen mit langgezogenen, lauten Rufen, um ihr Revier zu markieren und Weibchen anzulocken. Am Abend bauen sich die Tiere ein Schlafnest hoch oben in den Bäumen. Sie tragen dazu Zweige und Blätter zusammen und schichten sie auf. „Gemütlich, fast wie ein Baumhaus“ denkt sich Rosie.

 

Illustration von Anna Blume.

Warum sind Orang-Utans so wichtig für den indonesischen Regenwald?

Forscher nennen Orang-Utans auch „Gärtner des Waldes“, da die Tiere beim Klettern morsche Äste abbrechen. Dadurch können junge Pflanzen besser wachsen, weil sie mehr Licht bekommen. Weil Orang-Utans gerne Früchte fressen, durchlaufen die Samen der Früchte die Verdauung der Tiere und gelangen wieder auf den Boden des Waldes. Dort können dann neue Pflanzen wachsen. So wird sichergestellt, dass sich die Pflanzen vermehren können und der Wald erhalten bleibt. „Jeder hat seine Aufgabe im Regenwald“, stellt Rosie fest. „Die Früchte der Pflanzen ernähren die Orang-Utans und diese wiederum verteilen die Samen auf ihren Streifzügen durch den Wald und sorgen so für neue Pflanzen“.

Weniger Regenwald – weniger Orang-Utans

Bestimmt hast du schon einmal Orang-Utans im Zoo beobachtet. Im Basler Zolli kannst du sie sehen und auch in Zürich im Zoo. Leider sind sie in der Wildnis stark bedroht. Das bedeutet, es gibt nur noch sehr wenige. Der Grund ist, dass große Flächen des Regenwaldes abgeholzt oder abgebrannt werden. Die freie Fläche wird genutzt für den Anbau von Ölpalmen und Sojapflanzen, den Bergbau oder um das Holz zu nutzen. Rosie hat auf ihrem Weg in den Regenwald einige Plantagen mit Ölpalmen gesehen. Diese erstrecken sich kilometerweit bis zum Horizont. Die Pflanzen sind in Reihen angeordnet. Alles sieht gleich aus. Dazwischen ist der Boden trocken und hart. Nach wenigen Jahren kann dort nichts mehr angebaut werden. Auch die Bauern, die dort einmal gelebt haben, wurden an vielen Orten vertrieben. Die Orang-Utans können die Plantagen an einigen Orten besuchen, aber sie finden dort keine Nahrung und werden zudem auch gejagt. Das Öl der Ölpalme wird in sehr vielen Produkten aus unserem Alltag verwendet, obwohl man leicht darauf verzichten kann und es auch nicht gesund ist. Fertignahrung wie Tiefkühlpizza und Kekse, Margarine, Duschgels und Cremes sowie Waschmittel, gewisse Süssigkeiten und Kraftstoff für Fahrzeuge gehören zu diesen Produkten. Das hat Rosie nicht gewusst! Sie nimmt sich vor, ab sofort immer genau zu schauen, was sie einkauft. Dafür gibt es sogar Apps. Damit kann Rosie herausfinden, was in den Produkten im Supermarkt steckt und wo es herkommt. „Wenn viele mitmachen, kann man viel erreichen“, denkt sich Rosie. Durch das Fällen eines Baumes verlieren all seine Bewohner ihren Lebensraum. Außerdem schadet es dem Klima, denn Bäume produzieren Sauerstoff, den wir atmen. Rosie atmet tief ein und speichert alles ab, was sie neu gelernt hat. Es ist sehr heiß und feucht in Indonesien. Ganz schön anstrengend.

Illustration von Anna Blume.

Wer hilft den Orang-Utans?

Rosie hat Menschen gefunden, die den Orang-Utans helfen möchten, zu überleben. Verschiedene Gruppen und Vereine unterstützen die Menschen in Indonesien bei Aktionen gegen das Abholzen des Waldes. Es gibt auch eine Rettungsstation für Orang-Utans auf der Insel Borneo. Dort werden verletzte oder kranke Tiere versorgt und Jungtiere betreut. Genau wie Menschenbabys müssen sie sehr lange umsorgt werden, bis sie selbständig leben können. Dann werden sie in einem sicheren und geschützten Waldgebiet freigelassen. Oft erhalten die Mitarbeiter der Gruppen und Vereine auch Meldungen über Orang-Utans, die als Haustiere gehalten werden. Das ist verboten. Deshalb rücken sie aus und befreien die Tiere. Der Zoo Zürich und der Zoo Basel helfen Orang-Utans, indem sie verschiedene Vereine auf Borneo und Sumatra unterstützen. Jeder kann dabei durch Spenden helfen. Das ist ein bisschen ähnlich wie in einem Tierheim. Bestimmt kennst du eines in deiner Umgebung. Dort werden Tiere aufgenommen, die sonst niemand pflegen oder betreuen kann. Der Unterschied dabei ist, dass es Haustiere sind. Diese werden dann an neue Besitzer vermittelt. Bei wilden Tieren wie Orang-Utans versuchen die Mitarbeiter, diese wieder in ihren Lebensraum zurückzubringen. Wenn Rosie groß ist, möchte sie gerne in der Rettungsstation mithelfen, sich um die Orang-Utans zu kümmern. So kann sie von den anderen Helfern noch mehr über die Tiere und den Regenwald lernen. Das muss sie sich aber aufheben, bis sie erwachsen ist, denn dazu muss man mindestens 18 Jahre alt sein. Bis dahin schaut sie den Orang-Utans gerne hin und wieder beim Klettern und Herumschwingen im Zoo zu.

Rosie auf den Spuren der roten Waldmenschen

Autorin: Nadja Schaubhut. Biologie an der Universität Basel.

Rosie hat Lust auf ein neues Abenteuer. Ein Glück ist sie so gut ausgerüstet! Mit ihren Schubdüsen kann sie fliegen. Heute hat sie sich aufgemacht in den Regenwald Südostasiens. Dort, auf den Inseln Sumatra und Borneo leben Orang-Utans, Menschenaffen mit orangerotem Fell. Es gibt nur noch sehr wenige von ihnen. Bestimmt kennt ihr sie aus dem Zoo. Im dichten Wald angekommen, merkt Rosie schnell, dass sie nicht mehr vorankommt. Sofort tauscht sie ihre normalen Räder gegen die Raupenräder aus und erkundet den Dschungel. Überall zirpt, surrt und fiept es. Verschiedene Vögel singen und kreischen und Rosie kämpft sich voran durch ein dichtes Grün. Der Name Orang-Utan bedeutet „Waldmensch“ auf Malaiisch. Diese Sprache wird in Indonesien gesprochen. Rosie muss nun ein bisschen klettern, da die Orang-Utans weit oben in den Bäumen herumschwingen. Sie versteckt sich in einer Baumhöhle und schaut mit ihrem Fernglas umher. Ihr wird klar, dass man als Forscher sehr viel Geduld haben muss. Nach einer Weile kracht es im Geäst und ein großes Orang-Utan-Männchen schwingt über Rosie hinweg. Die Männchen werden bis zu 100kg schwer und bis zu eineinhalb Meter groß. Ganz schön riesig, findet Rosie. Sie haben sehr starke Arme und sind die schwersten und größten Tiere, die auf Bäumen leben.

Schlafen, umherstreifen und fressen

Was macht so ein Orang-Utan den ganzen Tag? Rosie hat sich diese Frage gestellt und ist daher einem Tier einen Tag lang gefolgt. Am Morgen pflegen die Tiere erst einmal ausgiebig ihr Fell. „Wow, wie ich, wenn ich mich morgens wasche und bereit mache für die Schule!“ denkt sich Rosie. Bestimmt macht ihr das auch so. Dann zieht ein Orang-Utan los, um Futter zu suchen. Dabei streift er durch den Wald und kann dabei einige Kilometer pro Tag zurücklegen. Zwischendurch legt er Ruhepausen ein. Er frisst gerne Blätter, Früchte wie Feigen sowie Baumrinde und Blüten, aber auch Insekten, Vogeleier oder sogar Honig. Orang-Utans sind sehr intelligent. Sie können sich Orte merken, an denen es gute Früchte gibt und immer wieder dahin zurückkehren. Anders als andere Affen leben sie nicht in großen Gruppen. Nur Mütter mit ihren Kindern bleiben bis zu acht Jahre zusammen und können mit anderen Weibchen und Jungtieren kleine Gruppen bilden. So können die Kinder alles Wichtige zum Überleben lernen. Dazu gehören das Klettern und Schwingen und das Erkennen von Futterpflanzen und Früchten. Die Reviere mehrerer Weibchen liegen in einem Revier eines Männchens. Dieses erkennt man an seinem breiten, wulstigen Gesicht und dem großen Kehlsack. Außerdem haben die Männchen sehr langes Fell und rufen mit langgezogenen, lauten Rufen, um ihr Revier zu markieren und Weibchen anzulocken. Am Abend bauen sich die Tiere ein Schlafnest hoch oben in den Bäumen. Sie tragen dazu Zweige und Blätter zusammen und schichten sie auf. „Gemütlich, fast wie ein Baumhaus“ denkt sich Rosie.

 

Illustration von Anna Blume.

Warum sind Orang-Utans so wichtig für den indonesischen Regenwald?

Forscher nennen Orang-Utans auch „Gärtner des Waldes“, da die Tiere beim Klettern morsche Äste abbrechen. Dadurch können junge Pflanzen besser wachsen, weil sie mehr Licht bekommen. Weil Orang-Utans gerne Früchte fressen, durchlaufen die Samen der Früchte die Verdauung der Tiere und gelangen wieder auf den Boden des Waldes. Dort können dann neue Pflanzen wachsen. So wird sichergestellt, dass sich die Pflanzen vermehren können und der Wald erhalten bleibt. „Jeder hat seine Aufgabe im Regenwald“, stellt Rosie fest. „Die Früchte der Pflanzen ernähren die Orang-Utans und diese wiederum verteilen die Samen auf ihren Streifzügen durch den Wald und sorgen so für neue Pflanzen“.

Weniger Regenwald – weniger Orang-Utans

Bestimmt hast du schon einmal Orang-Utans im Zoo beobachtet. Im Basler Zolli kannst du sie sehen und auch in Zürich im Zoo. Leider sind sie in der Wildnis stark bedroht. Das bedeutet, es gibt nur noch sehr wenige. Der Grund ist, dass große Flächen des Regenwaldes abgeholzt oder abgebrannt werden. Die freie Fläche wird genutzt für den Anbau von Ölpalmen und Sojapflanzen, den Bergbau oder um das Holz zu nutzen. Rosie hat auf ihrem Weg in den Regenwald einige Plantagen mit Ölpalmen gesehen. Diese erstrecken sich kilometerweit bis zum Horizont. Die Pflanzen sind in Reihen angeordnet. Alles sieht gleich aus. Dazwischen ist der Boden trocken und hart. Nach wenigen Jahren kann dort nichts mehr angebaut werden. Auch die Bauern, die dort einmal gelebt haben, wurden an vielen Orten vertrieben. Die Orang-Utans können die Plantagen an einigen Orten besuchen, aber sie finden dort keine Nahrung und werden zudem auch gejagt. Das Öl der Ölpalme wird in sehr vielen Produkten aus unserem Alltag verwendet, obwohl man leicht darauf verzichten kann und es auch nicht gesund ist. Fertignahrung wie Tiefkühlpizza und Kekse, Margarine, Duschgels und Cremes sowie Waschmittel, gewisse Süssigkeiten und Kraftstoff für Fahrzeuge gehören zu diesen Produkten. Das hat Rosie nicht gewusst! Sie nimmt sich vor, ab sofort immer genau zu schauen, was sie einkauft. Dafür gibt es sogar Apps. Damit kann Rosie herausfinden, was in den Produkten im Supermarkt steckt und wo es herkommt. „Wenn viele mitmachen, kann man viel erreichen“, denkt sich Rosie. Durch das Fällen eines Baumes verlieren all seine Bewohner ihren Lebensraum. Außerdem schadet es dem Klima, denn Bäume produzieren Sauerstoff, den wir atmen. Rosie atmet tief ein und speichert alles ab, was sie neu gelernt hat. Es ist sehr heiß und feucht in Indonesien. Ganz schön anstrengend.

Illustration von Anna Blume.

Wer hilft den Orang-Utans?

Rosie hat Menschen gefunden, die den Orang-Utans helfen möchten, zu überleben. Verschiedene Gruppen und Vereine unterstützen die Menschen in Indonesien bei Aktionen gegen das Abholzen des Waldes. Es gibt auch eine Rettungsstation für Orang-Utans auf der Insel Borneo. Dort werden verletzte oder kranke Tiere versorgt und Jungtiere betreut. Genau wie Menschenbabys müssen sie sehr lange umsorgt werden, bis sie selbständig leben können. Dann werden sie in einem sicheren und geschützten Waldgebiet freigelassen. Oft erhalten die Mitarbeiter der Gruppen und Vereine auch Meldungen über Orang-Utans, die als Haustiere gehalten werden. Das ist verboten. Deshalb rücken sie aus und befreien die Tiere. Der Zoo Zürich und der Zoo Basel helfen Orang-Utans, indem sie verschiedene Vereine auf Borneo und Sumatra unterstützen. Jeder kann dabei durch Spenden helfen. Das ist ein bisschen ähnlich wie in einem Tierheim. Bestimmt kennst du eines in deiner Umgebung. Dort werden Tiere aufgenommen, die sonst niemand pflegen oder betreuen kann. Der Unterschied dabei ist, dass es Haustiere sind. Diese werden dann an neue Besitzer vermittelt. Bei wilden Tieren wie Orang-Utans versuchen die Mitarbeiter, diese wieder in ihren Lebensraum zurückzubringen. Wenn Rosie groß ist, möchte sie gerne in der Rettungsstation mithelfen, sich um die Orang-Utans zu kümmern. So kann sie von den anderen Helfern noch mehr über die Tiere und den Regenwald lernen. Das muss sie sich aber aufheben, bis sie erwachsen ist, denn dazu muss man mindestens 18 Jahre alt sein. Bis dahin schaut sie den Orang-Utans gerne hin und wieder beim Klettern und Herumschwingen im Zoo zu.